Inv.nr. 700.0173
ohne Titel (1973)
Serigrafie, Auflage 53/80, signiert und bez. rechts unten 53/80 Hajek 73/6 (Bleistift)
80 x 100 cm
Bei dieser großen, querformatigen Serigrafie konzentriert sich die Farbgestaltung auf die rechte Hälfte, wobei sie insbesondere in der Mitte kleinteilige Elemente aufweist. Die Restflächen sind nicht in einer Farbe einheitlich eingefärbt, vielmehr alterniert ein heller und ein dunkler Grauton mit Silber, was zu einer in sich bewegten, aber dennoch sehr dezenten Gestaltung führt. Das hauptsächliche Kompositionselement ist der Streifen, der in der Breite variiert, gerade, geneigt, waagerecht oder senkrecht verläuft, zum Teil in sich gebrochen ist und in der spiegelbildlichen Abbildung an einigen Stellen zur Raute wird. Dort, wo geneigte Streifen aneinander stoßen, entstehen außerdem Dreiecke, die wiederum in sich gestreift sein können. Sämtliche Elemente sind mit schwarzen Linien voneinander getrennt, das Motiv wirkt in sich als geschlossene Komposition durch die es umgebende schwarze Linie.
Ein fast gänzlich grau-silbern gestreifter Balken führt annähernd komplett um die Binnengestaltung herum. Er beginnt in der rechten oberen Ecke, wo drei grau-grüne mit drei dunkelgrauen, schräggestellten Streifen alternieren, wobei dunkelgrau am unteren Rand dieses Balkens in einem kleinen Dreieck beginnt und grau-grün mit einem kleinen Dreieck am oberen Rand endet. Diese Streifen stoßen an Streifen an, die in die gegengesetzte Richtung schräg gestellt sind und bei denen auf silbern grau-grün folgt. Nach zweimaligem Wechsel enden diese Streifen in einem fast die gesamte Höhe umgreifenden silbernen Dreieck. Es schließen sich vier wieder in die gegengesetzte Richtung schräg gestellte Streifen an, bei denen der Wechsel von blau zu orange zu blau und dann zu rot erfolgt. So, wie zuvor der blaue Streifen gerade noch an den grau-grünen Streifen angestoßen ist, wird nun der rote Streifen nicht ganz bis auf die Unterkante herabgezogen, sondern wechselt die Richtung, um als orangefarbener Streifen sich nach links zu neigen. Das dadurch entstandene Dreieck, das mit der Spitze nach unten zeigt, ist erneut silbern. Auf den orangefarbenen Streifen folgt ein blauer und dann ein roter Streifen, der beendet wird von einem stehenden, dunkelgrauen Dreieck, an das senkrechte Streifen anschließen. Sie alternieren von grau-grün zu dunkelgrau und werden abgelöst von einem grau-grünen Rechteck und einem ebenfalls grau-grünen Quadrat, das die linke Ecke umschließt. Die Senkrechte ist nun etwas aufgelockert. Hier folgt auf ein grau-grünes Hochrechteck ein grau-grünes Dreieck, dessen untere Spitze gekappt ist und wo sich von rechts ein silbernes Dreieck in die Schräge hineinschiebt. Das anschließende, nochmals graugrüne Querrechteck schiebt sich mit einer nach rechts unten auslaufenden Schräge in die Binnengestaltung hinein, was aufgenommen wird vom nächsten Querrechteck, das diese Schräge aufnimmt, dadurch breiter wird, und in sich in der gegengesetzten Richtung schräg gestreift ist. Es wechseln zunächst grau-grüne mit dunkelgrauen Streifen ab, die letzten beiden Streifen sind statt des Grau-Grüns Silbern. Die Streifenbreite und ihre Neigung stimmt, ebenfalls wie ihre Farbigkeit mit den Streifen überein, die zwei Dreiecke gliedern, die sich, auf die Spitze gestellt, von rechts in die durch die Schrägen des Dreiecks bzw. des Querrechtecks entstandenen Freiflächen hineinschieben.
Die rechte Kante des umlaufenden Balkens wird nun wieder aufgenommen und in einer silbernen Großform um die linke untere Ecke herumgeführt. Dabei umschließt diese innere Kante ein auf die Spitze gestelltes, grau-grünes Dreieck, dessen untere Spitze gekappt ist und dessen rechte Spitze an jener Schräge endet, die ausgeht von den beiden Querrechtecken, wobei das Dreieck am unteren der beiden hängt. Diese Schräge wird weitergeführt bis auf die Höhe der gekappten Spitze, wodurch sich ein weiteres, nach unten offenes Dreieck ergibt, das ebenfalls silbern ist. In einem hohen silbernen Streifen wird nun der Balken umgeführt, wobei auf der Hälfte der Geraden von oben ein Dreieck einschneidet, das bedingt ist durch die mit leichtem Abstand ausgeführte farbige Binnengestaltung und dessen Spitze überlagert wird von einem Querrechteck. Dieses besteht aus fünf Rauten, wobei die beiden äußeren nur zur Hälfte zu sehen sind, die doppelt in hell- und dunkelblau gerahmt sind und deren Zwischenräume, sowie die Rauten selbst, ebenfalls dunkelblau ausgefüllt sind. Das Dunkelblau der Rauten und der Zwischenräume wird noch dunkler durch unregelmäßige, schwarze Schraffuren, die offensichtlich ohne Lineal in schnellen, kurzen Strichen durchgeführt worden sind. Die rechte, halbierte Raute wird durch ein rotes Dreieck vervollständigt, das in der Höhe des Querrechtecks anschließt. Es weist in die parallel dazu verlaufende Spitze, in der diese silberne Fläche endet. Aufgenommen wird diese Spitze von einer sich ihr entgegenstreckenden Spitze, die übergeht in eine grau-grüne Fläche, die Teile der vorhergegangenen Gliederung wiederholt. Zwischen diesen beiden Spitzen befindet sich eine hellblaue Rhombe, deren linke Spitze überlagert wird von der Spitze der silbernen Fläche und deren rechte Spitze die Spitze der nach links weisenden Fläche überlagert. An dieser Stelle entsteht eine kleine Raute, die erneut freihändig schraffiert ist, wodurch das Blau dunkler wirkt. Das Rautenmotiv wird, leicht vergrößert, in der Binnengestaltung der Serigrafie in einer Linie mit dieser Raute aufgegriffen und zweifach wiederholt. Ausgehend von der Rhombe stößt, leicht nach links aus der Mitte versetzt, ein schmaler dunkelblauer Balken in die Binnengliederung vor, wobei er exakt an der linken Ecke des doppelt gebrochenen roten Balkens anschließt. Ihm entspricht ein weiterer dunkelblauer Balken gleicher Länge und Breite, der ausgehend von der rechten, grau-grünen Fläche nach oben führt. Er schließt an die rechte Kante eines gebrochenen, auch roten Balken an und verdeutlicht damit die Spiegelsymmetrie dieser Region.
Innerhalb der grau-grünen Fläche, die die rechte untere Ecke umschließt, wird das Motiv des auf die Spitze gestellten Dreiecks mit gekappter Spitze in demselben Abstand wie auf der linken Seite wiederholt, so dass auch hier der Eindruck eines umlaufenden Balkens entsteht. Diese Form ist aber nicht silbern, wie auf der linken Seite, sondern, seiner Schräge links folgend, blau und gelb gestreift. Darunter befindet sich, das Querrechteck verkürzt aufnehmend, an derselben Stelle wie links ein Hochrechteck, das einen nach rechts weisenden, pfeilförmigen, roten Balken umschließt, wobei die Restflächen dunkelblau sind.
Oberhalb des gestreiften Dreiecks mit gekappter Spitze schiebt sich die farbige Binnengestaltung bis an den rechten Rand, wobei hier Gelb und Silber die vorherrschenden Farben sind, die dann oben an den Querbalken anschließen. Hajek nimmt trotz farblicher Unterschiede Elemente aus der linken Rahmengestaltung auf. So wird auch hier die schräge Kante, mit der die grau-grüne Fläche umläuft, fortgeführt in einen horizontalen Balken, der mit einem gelben Streifen dieser Schräge folgt, um anschließend in die andere Richtung gelb und silbern gestreift zu sein. Die dreieckige Freifläche, die durch diese beiden gelben, aneinander stoßenden Streifen entsteht, ist silbern. Das Dreieck wird links der Schräge aufgenommen, die in wechselnden Farben bis fast an den rechten Rand durchgezogen ist. Auch hier ist es silbern und bietet darüber einem breiteren Streifen Raum, der ebenfalls gelb und silbern gestreift ist, wobei zum unteren Balken die Farben alternieren. Auch die linke schräge Außenkante dieses Balkens wird nach rechts oben fortgeführt, so dass darüber ein doppelt so hoher silberner Streifen ist, an den nach rechts, sich an die rechte Motivkante anlehnend, eine gelbe Fläche anschließt. Links des silbernen Streifens befindet sich ein auf die Spitze gestelltes Dreieck, wobei die Spitze gelb, die darüber liegende Fläche silbern ist. Die Fläche, die noch zum oberen Querbalken übrig bleibt, ist mit einem leichten Versatz nach links durch eine silberne Dreiecksfläche und einen schrägen silbernen Balken ausgefüllt.
Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass die gesamte Serigrafie durch Querstreifen gegliedert ist, die zwar in ihrer Farbigkeit variieren, aber in der Höhe einander entsprechen. Dadurch liegt ein gleichmäßiges Raster über dem Blatt, das die farbige Binnengestaltung mit der Randgestaltung verbindet und der Grafik einen sehr klaren Aufbau gibt.
Die Binnengestaltung der Serigrafie nimmt durch die Linienführung Bezug zum Rand auf, ist mit ihm dezent verschränkt, was zu einem sehr harmonischen, dennoch bewegten Bild führt. Auffällig ist vor allem eine blaue Kreuzform, um die sich – leicht aus der Mitte nach unten versetzt – die Grafik spiegelbildlich entwickelt. Die Kreuzung der mittelblauen Balken wird überlagert von drei kleinen dunkelblauen Rauten, die sich nach oben und unten fortsetzen. Die beiden in der Mitte nach oben und unten anschließenden dunkelblauen Rauten stoßen am inneren Berührungspunkt der beiden schrägen Balken an, während sie nach außen hin als kurze schräge Balken ausgeführt sind und die äußere Schräge der Balken aufnehmen. Es folgt nun, diese drei Zeilen umfassend, eine orangefarbene Fläche, die pfeilartig zu den Seiten hin zugespitzt ist und deren Spitze auf derselben Linie liegt, wie die seitlichen Spitzen der kleinen dunkelblauen Rauten. Daran schließt sich ein roter Balken an, der der Pfeilform folgt und nach unten das blaue Kreuz aufnimmt. Dadurch ist dieser rote Balken zweifach gebrochen. Nach oben schließt sich ein blauer Balken an, der durch freihändige Schraffuren mit schwarzem Stift dunkler wurde. An der oberen Kante des Kreuzes knickt er ab und wird am oberen Rand im Bereich der farbigen Gestaltung zusammengeführt. Allerdings ist hier nur die linke Seite komplett schraffiert zum oberen Rand geführt. Auf der rechten Seite wird der Balken bis an den äußeren Rand der nach links abknickenden Schräge geführt. Die schräge Kante, die dadurch entstanden ist, wird von zwei ebenfalls schrägen Balken aufgenommen, zunächst in Gelb, dann in Silber, um in einem dunkelgrauen, auf die Spitze gestellten Pyramidenstumpf zu enden. Die beiden Streifen in Gelb und Silber werden rechts dieser Form in einem auf seine gelbe Spitze gestellten Dreieck aufgenommen, wobei der darauf folgende silberne Streifen dem gelben Streifen links entspricht, der abschließende gelbe dem silbernen innerhalb des abknickenden Streifens. Auf das Dreieck folgen nach rechts zwei schräge Streifen gleicher Breite, zunächst in mit schwarzen Schraffuren abgedunkeltem Blau, dann in Rot. Über dem Dreieck und den beiden Streifen liegen zwei dünne Querstreifen, von denen der erste dunkelgrau, der an den oberen Rand anschließende silbern ist. Diese beiden dünnen Querstreifen sind links ebenfalls zu sehen, wobei hier – der Randgestaltung folgend – Längsstreifen den zum Rand hin schmaler werdenden Bereich gliedern. Es wechseln sich silberne mit graugrünen Streifen ab, wobei die graugrünen Streifen jenen im Rand entsprechen. An den Rändern werden die Streifen kürzer, weil die Abschlüsse keine Geraden sind, sondern die schräge Seite eines silbernen Dreiecks links. Rechts laufen sie in der Schräge des schraffierten Balkens aus. Wo sich links das silberne Dreieck in die Gestaltung hineinschiebt, folgen rechts drei schräge Balken der Neigung, die durch das gelb-silbern gestreifte Dreieck vorgegeben wurde. Dabei sind die drei letzten schrägen Balken, die an den Motivrand heranreichen, um die beiden schmalen Querstreifen höher, d.h. sie sind bis an die Unterkante der oberen Randgestaltung herangeführt. Der erste Balken ist breiter, als der darauf folgende und besteht aus einem orangefarbenen Streifen, der in der Höhe der gelben Spitze des Dreiecks entspricht, und einer doppelt so hohen blauen, schwarz schraffierten Fläche. Ein gelber Streifen schließt sich an, dessen rechte obere Spitze schon überschnitten wird vom Motivrand, weshalb der darauf folgende silberne Streifen zum Dreieck verkürzt ist.
Anschließend an die roten, doppelt abknickenden Streifen rechts und links des blauen Kreuzes folgen drei weitere abknickende Streifen. Die beiden nun folgenden rahmen durch ihre Knicke zwei übereinander gestaffelte Rauten. Diese sind links mit einem schwarzen, feinen Strich in der Länge halbiert, so dass zwei Dreiecke entstehen. Sie sind in der oberen Raute links rot, rechts orange, in der unteren Raute links orange und rechts rot. In der rechten Hälfte gibt es keine solche Binnendifferenzierung, die beiden Rauten sind schwarz schraffiert auf blauem Untergrund. Die untere Hälfte der Rahmung – ein einfach abknickender Balken – ist links blau und schwarz schraffiert und rechts orange, darüber wird er auf beiden Seiten blau fortgeführt. Dabei wird der innere Balken, der nach außen weist, um die Strecke nach oben fortgeführt, die der Länge eines Balkens nach dem Knick entsprochen hätte. Dadurch endet er auf der Grundlinie der schräg gestellten Balken, die ausgehen vom gestreiften Dreieck und überschneidet dadurch dessen Spitze. Diese Binnengliederung wird von einem dreimal abknickenden Balken abgeschlossen, der die untere Raute rot, die obere orange rahmt. Die farbige Binnengestaltung ist zur Seite und nach unten hin abgegrenzt durch einen dunkelgrauen Rand, der links und rechts die Breite der abknickenden Balken hat, nach unten hin deutlich schmaler ist. Die übereinander gestaffelten Rauten, von denen zuvor die Rede war, weisen durch ein kleines Dreieck in der Farbe ihrer Rahmung in die dunkelgraue Fläche darunter, die rechts ein Dreieck ist, das links überschnitten wird von dem Querrechteck mit den ihm einbeschriebenen Rauten. Links ist am Übergang von Rahmen zu Binnengestaltung eine weitere Raute zu sehen, die genau um die Hälfte versetzt zu den Rauten der Binnengestaltung sich in die in schmalen, schrägen Streifen gegliederte Fläche hineinschiebt. Sie besteht aus jeweils zwei sich in der Farbe entsprechenden, sich gegenüberliegenden Dreiecken, die sich in der Mitte in Klein wiederholen. Hajek nimmt hier das die unteren Rauten rahmende Rot auf und setzt ihm das die oberen Rauten innen rahmende Blau entgegen.