Inv.nr. 700.0133
ohne Titel (1971)
Serigrafie, Auflage 48/50, signiert und bez. rechts unten 48/50 Hajek 71/5 (Bleistift)
29 x 29 cm
Auf quadratischem Blatt hat Hajek eine hochformatige Grafik angelegt, die von den beiden Seitenrändern einen gleichmäßigen Abstand hat. Es handelt sich um zwei identisch gestaltete senkrechte Streifen, die sowohl voneinander abgegrenzt als auch an den beiden Außenseiten begrenzt werden durch blaue Linien. Rechts und links schließt sich jeweils ein schmaler silberner Streifen an, der keine äußere Begrenzung hat.
Bei den beiden Streifen, die das eigentliche Motiv beinhalten, ist die überwiegende Farbe rot, wobei sich am unteren Rand zwei ungleich große silberne Dreiecksflächen von unten gegen das Rot schieben. Sie entsprechen in spiegelbildlicher Anordnung zwei roten Dreiecksflächen am oberen Rand, wobei deren unterschiedliche Neigung und Größe bedingt ist durch den silbernen Balken mit blauer Rahmung, an den sie anstoßen und dessen linke Seite deutlich kürzer und steiler ist. Diese Schräge aufnehmend folgen am linken Rand drei kurze silberne Balken mit blauem Rahmen, die mit senkrechter Linie dort enden, wo oben der Knick ist. Rechts schließen unterhalb der längeren Schräge des Balkens ebenfalls drei blau gerandete, silberne Balken an, die genauso lang sind wie jene auf der linken Seite.
Durch den Versatz, der durch die unterschiedliche Länge des abknickenden Balkens entstanden ist, bieten die schräg verlaufenden kurzen Balken die Möglichkeit, ihre Unterkante als Basis für ein geneigtes Rechteck zu benutzen. Blaue Balken rahmen ein silbernes Rahmenrechteck, dem ein rotes Rechteck, abgesetzt mit blauer Linie, einbeschrieben ist. Die blauen Balken sind nicht komplett um den silbernen Rahmen herumgeführt, sondern werden angeschnitten von den die Streifen begrenzenden, blauen senkrechten Linien, so dass erst der silberne Rahmen als solcher wahrgenommen wird. Hätte Hajek die blauen Balken in gleicher Breite um den silbernen Rahmen herumgeführt, wären kleine Dreiecke am inneren und äußeren Rand des Streifens entstanden. Diese Lösung erschien ihm offenbar zu kleinteilig, weshalb hier der Balken die gesamte Fläche zwischen silbernem Rahmen, silbernem schrägen Balken und Rand einnimmt und dadurch etwas aufgeweitet wird.
Die untere Schräge dieses Rechtecks wird von einem silbernem Balken mit blauem Rahmen gleicher Stärke aufgenommen, der an der rechten unteren Ecke des blauen Balkens abknickt und mit gleicher Neigung an den linken Rand zurückgeführt wird. Er umschließt ein rotes Dreieck, dessen Spitze nach rechts weist. Am rechten Rand des Streifens schließen sich unterhalb der blauen, etwas aufgeweiteten Fläche vier weitere silberne, blau gerahmte Streifen in gleichem Abstand an. Sie nehmen die Neigung der kurzen Balken am rechten oberen Rand auf und enden an einer blauen Linie, die in gleichem Winkel abknickt, wie der silberne Rahmen am oberen Rand. Die Neigung der blauen Linie, die nach dem Knick an den linken Rand geführt wird, entspricht der Neigung des doppelt gerahmten roten Rechtecks in der Mitte, die am oberen Rand ebenfalls aufgenommen wird.
Das selbe Motiv hat Hajek bei einer bemalten Freiplastik aus Beton angewendet, das in Kornwestheim steht. Es handelt sich um die Skulptur „Multiples Element“ von 1971, das eine Höhe von 7.20 m hat . Da ein Großteil der Abbildungen des Werkverzeichnisses schwarz-weiß sind, ist nicht klar, ob auch die Farbigkeit identisch ist. Eine Zusammengehörigkeit ist dennoch deutlich zu erkennen.
nFußnote:
Vgl. WV Hajek, a.a.O., P 410, S. 195.