Inv.nr. 700.0043
Briefe des Paulus an die Korinther 5 (1965)
Serigrafie, E.A. I/V, signiert rechts unten Hajek, bez. links unten E.A. I/V (beides mit Bleistift)
48 x 35 cm
Auffällig an diesem hochformatigen Blatt ist der schwarz gerahmte querrechteckige Bereich in der Bildmitte, in dem sich leuchtend rote schriftartige Zeichen befinden, die sich jedoch der Entzifferung entziehen. Der schwarze Rahmen ist im oberen Drittel hinterlegt mit einem olivfarbenen Balken, den eine feine, helle, horizontale Linie fast am Bildrand zerschneidet und der überlagert wird von einer kräftigen, in schwarzer Farbe ausgeführten Schraffur. Dabei handelt es sich um in lockerer Abfolge aufgebrachte, leicht nach rechts geneigte breite Pinselstriche, von denen annähernd jeder zweite von einem feinen, sie überlagernde quadratische Kästen begleitet wird. Am rechten Rand greift in einem sehr schmalen Bereich, der bis auf den Kasten hinabgeführt ist, eine an einem auf die schmale Kante gestellten Kamm erinnernde Struktur auf den Rand über.
Im Gegensatz zu der klaren Begrenzung nach oben und zu den Seiten hin, die dem oberen Bereich einen geschlossenen Charakter verleiht, ist die schmale Zone unterhalb des Kastens offen. Auf eine Zeile mit kleinen, mit kräftigem roten Strich gezeichneten Quadraten, die überwiegend voneinander abgesetzt sind mit feinen vertikalen roten Linien, folgt eine abschließende Zeile, die die Schraffur am oberen Rand aufnimmt und gestisch modifiziert. So wirkt der untere Abschluss wie ein Stakkato dicker Pinselstriche, die über den Druckstock hinauszustreben scheinen. Sie werden begleitet von helleren, feinen Schraffuren, die dieses Stakkato noch verstärken, aber begrenzt sind auf das obere Drittel der dunkleren Streifen.
Die Betonung der rot hervorgehobenen Schriftzeichen macht deutlich, dass es sich hierbei um eine Aussage von Paulus handeln könnte, die ausgesprochen wichtig sein dürfte. Da es sich um ein harmonisches Blatt handelt, wo das rot nicht aggressiv wirkt, sondern nur einer speziellen Betonung Ausdruck verleiht, könnte es sich um die Preisung der Liebe durch Paulus handeln, die in dem Ausspruch gipfelt: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ (1. Kor. 13, 13)
Weitere Abzüge dieser Serigrafie befinden sich in der „Mappe für Mama E.A.“, in der „Mappe für Katja E.A.“ und in den vier Mappen für R. Vogt. Die in letztgenannten Mappen befindliche Blätter sind alle signiert.