O. H. Hajek Museum

Werkarchiv

Korintherbrief 4

Briefe des Paulus an die Korinther

Künstlerisches Medium:Druckgrafik

Technik:Serigrafie

Entstehungsjahr:1965

Inv.nr. 700.0042
Briefe des Paulus an die Korinther 4 (1965)
Serigrafie, E.A. I/V, signiert rechts unten Hajek, bez. links unten E.A. I/V (beides mit Bleistift)
48 x 35 cm

Den querformatigen Druckstock hat Hajek in drei annähernd gleiche horizontale Streifen geteilt, die deutlich voneinander abgetrennt sind durch kräftige schwarze, gerade Striche. Auf eine dunkle, wenig strukturierte Zone folgt eine helle; nach unten abgeschlossen wird das Blatt durch eine aufgelockert-dunkle Zone.
Der das Blatt nach oben abschließende Streifen ist in einem lasierenden Oliv gehalten, das unterschiedlich kräftig aufgetragen wurde und dadurch leicht changiert. Es wird überlagert von einem die gesamte Breite einnehmenden, wie mit einem dicken Pinsel aufgetragenen Streifen, der den Balken nach unten hin abschließt. Am oberen Rand gibt eine kräftige schwarze Linie dem Blatt eine zusätzliche Begrenzung. Diese wird am unteren Rand durch eine noch dickere schwarze Linie wieder aufgenommen, auf der zinnenartige, kleine Quadrate aufsitzen, die nochmals von einem freihand gezeichneten Strich gerahmt und von Diagonalen in Oliv geteilt werden. Diese richten sich paarweise nach links und rechts aus und treffen sich so in der Mitte in einem Kreuz. Der schmale Streifen, der zwischen der zur Mitte hin begrenzenden Linie und den „Zinnen“ bleibt, ist ausgefüllt mit kleinen, nicht ausgefüllten quadratischen Kästchen, die sich zum Teil zwischen die Abstände der „Zinnen“ zwängen. Ist die untere Zone auf diese Weise relativ offen gestaltet, so gibt es trotz der hermetischen Geschlossenheit in der oberen Zone dezente Gliederungselemente, die sie auflockern. Punktschraffuren unterteilen den Balken optisch in drei Bereiche, die einen Übergang schaffen zu den Strichelungen, die sich um die gebogene schwarze Linie gruppieren und nach oben hin Schwarz, nach unten Oliv sind und dann wirken, als wären sie eingekratzt. Rechts eines senkrechten, dünnen Strichs, der am rechten Blattrand einen schmalen Streifen abtrennt, zieht sich eine Punktschraffur mit Unterbrechungen über die gesamte Höhe des Blattes.
Der Mittelteil ist – im Gegensatz zur Hermetik in den beiden farbig abgesetzten, das Blatt nach oben und unten begrenzenden Streifen – deutlich aufgelockert. Zunächst ist die Grundfarbe das Chamois des Blattes. Dann befindet sich ein schwarz gerahmter rechteckiger Kasten in der Mitte dieses Streifens, der flankiert wird auf der linken Seite von einem nach links offenen Hochrechteck und rechts von einer jenseits des Druckstocks sich scheinbar fortsetzenden, die gesamte Höhe des Streifens ausfüllenden Punktstruktur, die zuvor schon beschrieben wurde. Während das Hochrechteck nur durch die es in der Vertikalen teilenden Diagonalen zu einem solchen wird, ist der querrechteckige Kasten im Mittelteil offensichtlich der eigentliche „Ort des Geschehens“. Hier finden sich, über den Kastenrand nach oben ausgreifend, schwungvolle schriftartige Zeichen in zwei Spalten, die an einen Brief erinnern. In Zusammenhang mit dem Titel, den Hajek der Mappe gegeben hat, liegt eine Verbindung zu den Paulusbriefen nahe. In der linken Hälfte des querrechteckigen Kastens ist eine kleinteilige Struktur eingebunden, die aus schwarzen Kästen unterschiedlicher Größe besteht, die freihändig gezeichnet wurden und die rechts und links begrenzt werden von leicht nach rechts geneigten Strichen.

Weitere Abzüge dieser Serigrafie befinden sich in der „Mappe für Mama E.A.“, in der „Mappe für Katja E.A.“ und – signiert – in den vier Mappen für R. Vogt. Des weiteren existieren acht signierte Blätter.

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