Inv.nr. 700.0065
Briefe des Paulus an die Korinther 27 (1965)
Serigrafie, E.A. I/V, signiert rechts unten Hajek, bez. links unten E.A. I/V (beides mit Bleistift)
35 x 48 cm
Auffällig an dieser bis fast an den Blattrand reichenden querformatigen Serigrafie ist ein blauer quadratischer Kasten, der leicht aus der Mitte nach links versetzt ist und linke mit rechter Bildhälfte verschränkt. Das Motiv ist annähernd so groß wie das Blatt und ist ein wenig aus der Mitte nach oben gerückt.
Der Hintergrund ist links und rechts gleich behandelt: ein Streifen in einem dunklen Ockerton führt oben und unten bis an die Druckkante heran. Beide Streifen neigen sich an den äußeren Rändern den Kanten zu. Aus ihnen heraus führen horizontale Streifen in Schwarz-Braun in gleichmäßigen Abständen, die bis an die Druckkante heranführen und die, obwohl sie mit raschem Strich nicht akkurat ausgefüllt sind, eine klare begrenzende Kante haben. In den nicht flächig mit Farbe bedruckten Zwischenräumen sind schriftartige Strukturen, die auf das dunkle Ocker des Balkens übergreifen und ihn komplett überziehen. Auf der linken, schmäleren Seite stößt der Balken, dessen Neigung nach links betont wird durch einen helleren Bereich, der sich als Keil von oben zwischen ihn und den blauen Kasten schiebt, unmittelbar an diesen an. Auf der rechten Seite ist der Balken noch einmal unterteilt mit einer senkrechten schwarz-braunen Linie im linken Viertel des Balkens. Sie markiert die Schriftzeichen begrenzende Kante und wird betont durch zwei Diagonalen, die am oberen Linienende ihren Ausgang nehmen. Die rechte Diagonale fällt ab zum unteren linken Fußpunkt des ockerfarbenen Balkens, den sie aber knapp verfehlt. Die linke Diagonale läuft als flachere Linie über den blauen Kasten bis an den linken Druckrand, wo sie eine untere Begrenzung erhält durch eine horizontale Linie, die wieder zurückführt zu der senkrechten Linie, den Kasten im oberen Drittel schneidend.
Dem blaugerandeten Kasten sind im oberen, durch die horizontale Linie abgetrennten Bereich zwei Zeilen Querrechtecke, darunter vier Reihen Querrechtecke einbeschrieben. Diese haben, je nachdem, wie ihre Füllung behandelt ist, entweder einen gekratzt wirkenden Rahmen in hellem Ocker oder einen schwarz-braunen Rahmen. An zahlreichen Stellen, insbesondere in den oberen Zeilen, wirkt es, als hätte Hajek mit einem schwungvollen breiten Pinselstrich eine durchgängige Linie gemalt, die dann von den Kästchen in hellem Ocker überlagert wird. Im unteren Bereich wird diese Behandlung des Hintergrunds abgelöst von raschen Längsschraffuren, die nicht bis an die Ränder heranreichen oder – an anderer Stelle – deutlich über sie hinausführen. In unregelmäßiger Abfolge sind einige dieser Kästchen – die dann einen mit dem Lineal gezogenen schwarz-braunen Rahmen haben – mit aufeinander zulaufenden Diagonalen halbiert. Außerdem sind an einigen Stellen blaue Schraffuren und schriftzeichenähnliche Elemente eingefügt. Diese bestimmen in größerer Dimension die Ränder des Blattes, wobei die Zone oberhalb des blauen Kastens ausgespart ist.
Während am oberen Blattrand außerhalb des blauen Kastens die Kästchen in einer Zeile andeutungsweise fortgeführt und in die oberste Reihe der aus den olivbraunen Balken hinausstrebenden Streifen überzugehen scheinen, ist am unteren Druckrand, unterhalb der begrenzenden Kastenlinie die schriftartige Schraffur der dunklen, ockerfarbenen Balken fortgeführt.
Weitere Abzüge dieser Serigrafie befinden sich in der „Mappe für Mama E.A.“, in der „Mappe für Katja E.A.“, signiert und auf Seide gedruckt in der „Mappe für Katja sen.“ und in der „Mappe für Eva“ sowie – ebenfalls signiert – in den vier Mappen für R. Vogt.