Mit der Otto Herbert Hajek Kunststiftung der Sparda-Bank Baden-Württemberg setzt die Sparda-Bank dem Lebenswerk des Künstlers und Bildhauers ein Zeichen. Die im Februar 2005 gegründete Stiftung möchte sein künstlerisches Werk und sein Ansehen als Künstler bewahren und mehren. Noch zu Lebzeiten, im Dezember 2004, überließ der renommierte Bildhauer und Stadtraumgestalter der Stiftung rund 700 seiner Werke. Darunter befindet sich das gesamte druckgrafische Werk, bestehend aus 390 Serigrafien und 110 Plakaten, sowie 80 Gouachen, 36 Bildern, drei Bildteppichen und 69 Plastiken.
Mit der Ausstellung des gesamten druckgrafischen Werkes wurde die Stiftung erstmals offiziell aktiv. In einer zweiteiligen Ausstellung zeigte diese im vergangenen Jahr den ersten Teil (1949 bis 1975), seit Anfang Mai zeigt die Stiftung nun den zweiten Teil (1976 bis 2005) in den Geschäftsräumen der Privatkundenbank am Stuttgarter Hauptbahnhof. Ein zweiteiliger Ausstellungskatalog zur Druckgrafik Hajeks hat die Stiftung mittlerweile veröffentlicht. Neben der Organisation eigener Ausstellungen, wird sich die Stiftung an Ausstellungen beteiligen, Werke an Museen verleihen und Schriften über den Künstler und sein Schaffen herausgeben.
Otto Herbert Hajek war der Sparda-Bank bis zu seinem Tod freundschaftlich eng verbunden. Die Beziehung begann 1997, als die Sparda-Bank für ihr hundertjähriges Jubiläum einen international hoch geachteten Künstler suchte. Die Bank wurde im Künstler Hajek fündig, der das Kunstprojekt „Zeichen ortieren Orte“ realisierte. Die „Wegezeichen“, bestehend aus vier Großplastiken und einem Bodenmosaik, umrahmen das Stammhaus der Bank am Stuttgarter Hauptbahnhof. Die „Wegezeichen“ von Otto Herbert Hajek können als Konzentrat und künstlerische Summe seines reichen Lebenswerks gelesen werden.
1927 im böhmischen Kaltenbach geboren, kam Hajek in den vierziger Jahren nach Stuttgart und studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie. Erste große Erfolge feierte der Künstler mit seinen „Raumknoten“ und „Raumschichtungen“ auf der Weltausstellung in Brüssel und bei der Biennale in Venedig. Er entdeckte und eroberte den öffentlichen Raum als Wirkungsfeld für seine Kunst. Das Bild zahlreicher Städte im In- und Ausland hat der Stadtraumgestalter seitdem farben- und formenfroh geprägt, indem er öffentliche Plätze mit seinen Werken und Konzepten gestaltete. Hajek, der bis zu seinem Tod im April 2005 in Stuttgart lebte, hinterlässt ein umfassendes Werk.
