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Gutai-Gruppe
Die Gutai-Gruppe wurde im Dezember 1954 in Osaka/Japan von Jiro Yoshihara (1905–1972) gegründet und bestand bis zu seinem Tod 1972. Der Name der Gruppe (gutai (japan.) = konkret im Sinne von spontan und direkt) verweist auf das Bestreben von damals jungen Künstlern, die ausgehend von den vernichtenden Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs eine radikale Erweiterung des Tafelbildes und der Skulptur in performativen Aktionen vornahmen und sich damit vom jahrhundertealten japanischen Ideal der Nachahmung abwandten und experimentell tätig werden wollten. Allan Kaprow, der »Vater« des Happenings, attestierte selbst den Künstlern der Gutai-Gruppe, sie hätten im Oktober 1955 in den Räumen des Oharao Kaikan in Tokio das erste Happening abgehalten. Im Anschluss an diese Kunstaktion fanden Happenings bevorzugt in Theatern in Osaka und in Tokio statt. Mit der Eröffnungsrede von Michel Tapié, dem Wortführer des französischen Informel, gelangte die Gutai-Gruppe zu internationaler Bekanntheit. Die Gutai-Künstler mit ihren Aktionen und Freilichtausstellungen gehen der späteren Performance- und Installationskunst voraus, die in Europa und in den USA erst Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre einsetzte.