O. H. Hajek Museum

Glossar

A
B
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
P
R
S
W
Z

ZERO-Gruppe

Die Gruppe ZERO gilt als eine der bedeutendsten Avantgarde-Bewegungen seit 1950, da sie weit über Europas Grenzen hinaus wirkte. Die ZERO-Künstler, die ab Mitte der 1950er Jahre ein Jahrzehnt lang in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Italien und Japan (Gutai-Gruppe) aktiv waren, revolutionierten mit einem modernen künstlerischen Selbstverständnis und einer neuen Formen- und Bildsprache die Kunst, wobei sie sich bewusst von dem in der frühen Nachkriegszeit vorherrschenden abstrakten Expressionismus und der emotionalen Gestik des Informel distanzierten. Malerei und Plastik wurden durch Installationen und Kunstaktionen ergänzt, denn Kunst sollte aktiv erlebt werden können. Das deutsche Zentrum der ZERO-Bewegung befand sich im Rheinland um die Düsseldorfer Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker, zu denen der Franzose Yves Klein stieß. Weitere zentrale Figuren, die die ZERO-Künstler beeinflussten, waren Jean Tinguely mit seinen kinetischen Skulpturen und der Italiener Lucio Fontana, der mit seinen Concetti Spaziali den Raum thematisierte. Mit der unpolitisch-unbeschwerten Fröhlichkeit, die Hajeks Kunstaktionen ausstrahlen, bewegt er sich deutlich im Umfeld der ZERO-Künstler. Denn die dort vorherrschende Atmosphäre ist vergleichbar mit den auf spielerische Heiterkeit angelegten Gemeinschaftsaktionen der drei ZERO-Künstler Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker, die ebenfalls im Kontext von Ausstellungseröffnungen zwischen 1960 und 1966 stattfanden. Auch wenn Hajek nicht Mitglied einer Künstlergruppe war und nicht im Rheinland lebte, so muss deutlich hervorgehoben werden, dass seine Aktionen Teil einer allgemeinen, deutschlandweiten Bewegung waren, deren Ziel die Erschließung neuen Terrains für die Kunst und ihr Einbringen in den öffentlichen Raum war.