Der US-amerikanische Künstler und Komponist John Cage (1912–1992) gilt als einer der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und, zusammen mit Allan Kaprow, als Mitbegründer des Happenings und Schlüsselfigur des Fluxus. Mit dem Klangstück 4’33, das der amerikanische Musiker und Schönberg-Schüler Cage 1950 komponierte, schuf er inspiriert durch weiß gelassene Leinwände Robert Rauschenbergs ein Musikstück, das aufgrund seiner „exemplarischen Darstellung einer Wechselbeziehung zwischen Kunst und Leben“ (Karin Thomas) als erstes Happening bezeichnet wird. Während der Pianist 4 Minuten und 33 Sekunden lang schweigend und ohne Klavier zu spielen auf dem Podium sitzt, entsteht die Klangkulisse des Stücks allein durch die Geräusche des Publikums. Zugleich markiert dieses Stück den Beginn der stärker von der Experimentalmusik sich ableitenden Fluxus-Bewegung, die aufgrund zahlreicher personeller Verflechtungen nicht getrennt vom theatralischen Impetus des Happenings gesehen werden kann. Bei seinen Kunstaktionen im Außenraum, insbesondere bei der Finissage der Ausstellung »Platzmal« auf dem Kleinen Schlossplatz in Stuttgart 1969, setzte Otto Herbert Hajek moderne Musik ein, die den Platz von verschiedenen Seiten beschallte, um das Raumerlebnis nicht nur visuell sondern auch auditiv zu realisieren. Damit setzt er sich in diese von Cage begründete Tradition.