Im selben Jahr wie Allan Kaprow in New York – 1958 – führte Wolf Vostell sein erstes Happening Das Theater ist auf der Straße in Paris in der Rue de Tour de Vanves durch, bei dem Passanten Plakattexte laut lesen oder Gesten auf Plakatfragmenten ergänzen sollten. Mit seinen Aktionen wollte Vostell „herausbekommen, ob aus Modellaktionen Regeln für Verhaltensweisen im täglichen Leben entnommen werden können, ob Impulse, die von mir kommen, benutzbar sind, um im täglichen Leben gegen Intoleranz, Dummheit und Unterdrückung aufzutreten.“ (Wolf Vostell) Ein Beweis dafür, dass diese exemplarischen, frühen Aktionen auf großes Interesse seitens der Künstlerschaft stießen, dass die Erweiterung des Kunstbegriffs in die Lebenswirklichkeit nicht nur ein Anliegen von Joseph Beuys, sondern breiter Teile der Künstlerschaft waren, belegen die Aktivitäten der japanischen Gutai-Gruppe seit 1955 ebenso, wie jene der französischen Nouveaux Réalistes seit 1959. Zu Beginn der 1960er Jahre breitete sich das Happening rasant in fast allen großen westeuropäischen Hauptstädten aus; zu den Aktionisten zählen u.a. Joseph Beuys, Bazon Brock, Wolf Vostell, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg und Nam June Paik, wie auch die ZERO-Künstler in Düsseldorf. Die Feste, die anlässlich von Finissagen oder bei der Einweihung der Stadtikonographien Hajeks gefeiert wurden, sind im Kontext des Happenings zu sehen, wobei hier die fließenden Grenzen zum Environment deutlich werden, da insbesondere seine stadträumlichen Arbeiten auch ohne den festlich-theatralen Charakter zu »benutzen« sind.