Den Begriff der »autogerechten Stadt« führte der Architekt Hans Bernhard Reichow mit seinem Buch über „Die autogerechte Stadt – Ein Weg aus dem Verkehrs-Chaos“ (Ravensburg 1959) ein. Reichow war ein entschiedener Verfechter der strikten stadträumlichen Nutzungsentmischung unter dem Primat des Autos bzw. des ungehinderten Verkehrsflusses. Künstler wie Otto Herbert Hajek reagierten in den 1960er Jahren auf diese Entwicklung mit der Forderung nach einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in den Städten, die ihrer Meinung nach mithilfe der Kunst zu bewerkstelligen war. Außerdem gingen sie mit ihrer Kunst auf die Straße und suchten den Dialog mit der Öffentlichkeit. Außerdem forderten die Künstler – Stichwort Kunst am Bau – eine frühzeitige Einbindung in die Entstehung von Plätzen und Gebäuden. Allerdings hatten nur die wenigsten Künstler eine entsprechende Ausbildung, um wirkungsvoll in die komplexen Planungsvorhaben eingreifen zu können. Parallel dazu reifte in den 1970er Jahren aus den häufig als gescheitert zu bezeichnenden Versuchen einer Neuordnung der Städte heraus die Erkenntnis über den Wert historischer Platzstrukturen.